Foto: Fabienne Schöckel

Am 7. 6. 24, dem Vorabend der Peestner Kerwa, präsentierten der Förderkreis Tanzlinde Peesten und die Theatergruppe des CVJM Kasendorf die Aktion „Kultur trifft Kerwa“ auf der Tanzlinde.

Bei bestem Wetter verfolgten zahlreiche Zuschauer das Geschehen um eine Parkbank, wo sich aus teilweise etwas skurrilen Begegnungen Anstöße für verschiedene kleine Theaterstücke ergaben (Rahmenhandlung und Konzept: Katharina Hargens).

So wollte ein Ehepaar zum ersten Mal ins Theater (herrlich naiv gespielt von Bernadette Sauerschell und Karlheinz Bergmann), scheiterte mit seinem Vorhaben aber bereits an der Theaterkasse, wo es eine eigentlich bemühte Kassiererin (Annette Gerstenberger) völlig entnervt zurückließ. In „Der Nächste, bitte“ kurierte ein sehr von sich überzeugter Arzt (Volkmar Schulze) seinen Patienten (Jörg Hargens, der mit norddeutschem Akzent seiner Rolle besonderen Charme verpasste) zwar nicht von dessen schweren Nierenschmerzen, verschrieb ihm aber immerhin etwas gegen nicht vorhandenen Husten. 

Nachdem es in der Rahmenhandlung an der Bank um das Für und Wider von künstlicher Intelligenz ging, rief die Theatergruppe ins Gedächtnis, dass die Angst vor unzureichend beherrschten Mächte durchaus nicht neu ist und auch zu Goethes Zeit bereits Thema war: Bernadette Sauerschell verlor als Zauberlehrling die Kontrolle über einen zwar stoisch freundlich wirkenden, aber nicht mehr in den Griff zu bekommenden Besen. Ein Zerstörungsversuch geht bekanntlich schief und verdoppelt die Not nur noch (Annette Gerstenberger als zweiter Besen). Erst der alte Hexenmeister (Jörg Hargens) kann dem Spuk ein Ende bereiten.

Zum Beginn des zweiten Teils wies Jörg Hargens auf die Einzigartigkeit der Tanzlinde hin: „Für uns Menschen ein Stück Kulturgeschichte. Und für viele Tiere ein Lebensraum. Vor allem für Insekten. Na, spüren Sie vielleicht schon ein Kribbeln im Nacken?“ Es folgte der Heinz Erhardt Klassiker „Die Made“.

Im nächsten Block wurde auf die prekäre Zukunft der Altenpflege hin gewiesen. Im anschließenden Stück „Das Pflegegutachten“ von Peter Futterschneider bereitet ein Sohn (Falk Taubmann) seine Mutter (Susanne Schulze) auf die Begutachtung zur Einstufung eines Pflegegrades vor: „Die haben lauter miese Tricks, mit denen die dich aufs Glatteis führen wollen!“ Am nächsten Tag beherrscht die eigentlich rüstige alte Dame ihre Rolle hervorragend und gibt sich schwach, gebrechlich und vergesslich. Dumm nur, dass der Herzanfall der Begutachterin (Janina Kaplan) gar kein mieser Trick, sondern echt ist. Das erkennt die alte Dame aber erst, als es zu spät ist…

Daran anschließend brachte Falk Taubmann in den sonst eher heiteren Abend mit dem Gedicht „Die Zeit“ einen ernsten und nachdenklichen Moment des Innehaltens, bevor man mit „Der arme Herr Braun“ von James Krüss in das Finale startete:

In einem Park genießen drei Menschen (Susanne Schulze, Bernadette Sauerschell und Annette Gerstenberger) unabhängig voneinander die Ruhe, als die aufgeregte Frau Braun (Janina Kaplan) auf der Suche nach ihrem Mann den ersten anspricht: Über mehrere Ecken hat sie gehört, dass es einen Vorfall mit ihrem Mann bei der Straßenbahn gab. Herr Schmidt gibt ihr den Rat, im Krankenhaus zu suchen und kann anschließend die Neuigkeit nicht für sich behalten. Am Schluss weiß der ganze Park vom angeblichen Unfall des Herrn Braun, der im Weitererzählen immer dramatischere Züge angenommen hat. Zuletzt bekommt auch der erstaunte Herr Braun selbst die Geschichte zu hören und kann die ganze Begebenheit als substanzlos aufklären: Er sein lediglich gestolpert. Es folgt eine Warnung vor dem Tratschen, das Bagatellen immer weiter aufbauscht: „Denn damit bringt man Herrn und Frau’n umsonst in Sorgen, wie Frau Braun“.

Zwischen den Stücken spielte ein kleiner Gitarrenchor (Annette Gerstenberger, Carola Lipfert, Christine Bergmann, Inge Dupke, Karlheinz Bergmann, Katharina Hargens, Michael Mittelberger, Rainer Friedmann)passendes, mehr oder weniger traditionelles Liedgut. Neben lustigen Stücken wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Aber bitte mit Sahne“ durften beispielsweise auch Hommagen an die Linde mit „Am Brunnen vor dem Tore“ nicht fehlen. Gemeinsam mit dem Publikum beendeten die Musiker den Abend mit  „Kein schöner Land in dieser Zeit“, einem Lied, dessen Text man an diesem Abend in dem von der Abendsonne durchdrungenen Blättermeer der Linde besonders gut nachvollziehen konnte.

Wir sagen herzlichen Dank an Fabienne Schöckel für die Generalprobenfotos!
Ein kleines Video mit Ausschnitten aus der Aufführung und weitere Bilder finden sich hier: Video von Thomas Müller
hier gibt es mehr Infos zur Tanzlinde und zum Förderkreis: Tanzlinde Peesten

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